Jan 062013
 

Man kann nicht wirklich sagen, dass mein Blog übersprudelt von Kommentaren. Nun, ich erhalte zwar immer schon mal wieder Kommentare, aber leider nicht auf dem Blog, sondern meist direkt an meine Mailadresse. Zum Glück überwiegen die positiven Kommentare, denn bei den negativen habe ich manchmal das Gefühl ich bin im falschen Film. (Aber Achtung, das bezieht sich nicht auf konstruktive Kritik, diese ist natürlich immer most welcome!) Es ist unglaublich, zu welch bissigen Kommentaren frustrierte Mütter fähig sind. Dabei beziehen sie sich nicht mal auf das Buch selbst sondern auf Medienberichte und Interviews darüber. Das Buch haben sie gar nie in der Hand gehabt.

Da lese ich etwa: „Sie leisten überhaupt nichts, sie haben ja eine Kinderfrau und eine Putzfrau.“ Oder: „Was ist wenn Ihr Mann sich von Ihnen trennt… sind Sie dann auch noch glücklich…da wird Ihnen der Boden unter den Füssen weggezogen … was machen Sie dann…. schon mal nach- gedacht…“ So ein Sch… ! Natürlich nicht, warum auch. Das kann ich immer noch machen, wenn es soweit ist.

Und das mit Putzfrau und Kinderfrau… : Wenn ich schon studiert habe und viel arbeite, dann muss das drin liegen. Aber auch wenn ich es nicht vermögen könnte, gäbe es tausend andere Möglichkeiten, ich würde mich immer irgendwie organisieren, um noch Zeit für einen Beruf und Spass mit den Kindern zu haben. Es ist vor allem eine Frage des Wollens, der richtigen Einstellung und weniger des Könnens. Ich kenne Mütter, die könnten sich durchaus eine Putzhilfe leisten, aber aus irgendeinem für mich unerfindlichen Grund wollen sie selber putzen. Das ist ja okay, wenn sie damit glücklich sind, aber sie sind es eben nicht – und das verstehe ich dann echt nicht.

Während eines Vortrags über mein Buch erzählte ich unter anderem, dass ich nach der Arbeit gern in die bunte Welt der Kinder eintauche. Nun ja, irgendwann habe ich mich gezwungenermassen damit abgefunden, dass ich es für einige Jahre meines Lebens vergessen kann, mich nach der Arbeit am Abend zuhause in den Sessel zu werfen und zu erholen. Denn noch bevor ich aus dem Auto aussteige, ruft es „Mamiiiii!!!“ Aber wenn ich dann gelegentlich mal mit meinem Schicksal hadere, stelle ich mir vor, ich wäre ganz allein und keiner würde mich mehr so fröhlich empfangen – und dann bin ich gleich wieder zufrieden. Wie gesagt, man muss die richtige Einstellung finden. Die betreffende Dame hatte dies noch nicht geschafft und sie war weder an Tipps von mir noch an Ratschlägen anderer Mütter aus dem Publikum interessiert. Sie war auch eine der wenigen, die nach dem Vortrag kein Buch gekauft hatte.

Es ist ein bisschen wie mit dem Coaching. Diejenigen, denen es am meisten bringen würde, sind überzeugt, dass sie so etwas nicht brauchen…! Dabei ist es meines Erachtens immer ein Zeichen von Stärke, Unterstützung von aussen in Anspruch zu nehmen. Man kann immer nur profitieren. Oder zumindest: Nützt’s nichts, so schad’s nichts.

Jetzt spricht schon wieder der Missionar aus mir. Aber darum habe ich das Buch ja auch geschrieben.  Gleich, wo man im Leben steht, man kann immer neu anfangen, aber man muss es wirklich wollen. Und es gibt so tolle, motivierende Bücher, die einem dabei helfen. Aber die Initiative muss man selber ergreifen.

  2 Responses to “Feedback ?!?”

  1.  

    Liebe Romana

    Es ist tatsächlich so, dass in der Schweiz zwar nicht alle, aber doch sehr viele Mütter zuhause sind. Und wenn sie arbeiten, dann meist unter 50%, zumindest bis die Kinder in der Schule sind. Ich nehme mal an, du bist für die Kinder allein verantwortlich. Ich habe auch immer voll gearbeitet. Wie ich das gemacht habe? Nun, die Kinder durften seit Geburt immer bei mir im Bett schlafen. Meine Sechsjährige schläft heute noch bei mir und es bedeutet ihr viel, sich an mich zu kuscheln (und mir auch ). Ich bin überzeugt, dieses Gefühl der Geborgenheit schafft ein Urvertrauen, das das ganze Leben hält. Später habe ich einfach eine Matratze neben mein Bett gelegt und sie durften so lange in meinem Zimmer schlafen, wie sie wollten. Ich habe mich nie um allfällige anderslautende Expertenmeinungen gekümmert, wenn ich überzeugt bin, das Richtige zu tun. (Immerhin ist es in allen Naturvölkern völlig natürlich, dass die Kinder bei der Mama sind.) Das Wichtigste, das du deinen Kindern schenken kannst, ist deine uneingeschränkte, bedingungslose Liebe, welche du sie auch ständig spüren lässt. Und, dass du „gut drauf“ bist. Eine glückliche Mama macht auch die Kinder glücklich, das überträgt sich! Daher musst du unbedingt auch für dich schauen und dafür sorgen, dass du nicht immer am Rande deiner Kräfte bist. Bau dir jeden Tag immer mal wieder 10 Minuten für dich ein. Lies in einem aufbauenden Buch (nur eine Seite), zum Beispiel The Power (ist deutsch) von Rhona Byrne oder in meinem Buch das erste Kapitel (persönliche Weiterentwicklung, finde ich eigentlich das Wichtigste im ganzen Buch). Oder nimm dir ein Aromabad oder eine heisse Dusche und geniesse sie ganz bewusst. Oder geh mit den Kindern raus und nimm nicht nur Schoppenflaschen mit sondern auch für dich einen Tee oder Kaffee und setz dich an einem schönen Ort auf eine Bank. Und lass den Haushalt mal eine Weile liegen. Irgendwann machst du’s mal wieder richtig und dann kümmert es keinen mehr (dich eingeschlossen), wie es mal ausgesehen hat. Es ist ganz normal, sich mit einem Baby und einem Dreijährigen überfordert zu fühlen, das ist eine unheimlich intensive und anstrengende Phase. Aber – und das ist die gute Nachricht – es bleibt nicht immer so. In einem Jahr sieht alles schon ganz anders aus. Es geht vorbei. Und vorübergehend kann man eine solche Lebensphase überstehen. Für immer wäre es undenkbar. Da musst du immer dran denken, auch wenn es jetzt gerade nicht so aussieht, es geht vorüber und dann siehst du dir Fotos an und denkst, jööö wie süss, schade sind sie nicht mehr so klein… Ich kenne deine Lebensumstände nicht, daher kann ich dir auch nicht mehr raten, aber vielleicht schreibst du ja mal wieder und dann sehen wir weiter?!? Jedenfalls wünsche ich dir ganz viel Freude mit deinen zwei süssen Kindern und dir ganz viel Energie und erholsamen Schlaf.
    Herzlichst Gabriele

  2.  

    Hi. Ich kenne Ihr Buch noch nicht und wahrscheinlich werde ich auch keine Zeit haben, es in nächster Zeit zu lesen. Auf der Suche nach Erfahrungsaustausch bin ich auf Ihre Website gelandet. Hier ist mein Versuch einen Dialog aufzubauen oder vielleicht schreibe ich meinen eigenen Blog und vielleicht stosse ich auf Frauen oder sie auf mich, die das selbe Leiden haben wie ich. Karriere (arbeiten zu müssen) und Babies (unwahrscheinlich kurzer Mutterschaftsurlaub in der Schweiz).
    Nach 14 Wochen Mutterschaftsurlaub musste ich meinen kleine Sohn zu Hause lassen beziehungsweise in Betreuung. Harry ist mein zweites Kind. Mein erster ist drei Jahre alt. Ich stille Harry voll, also pumpe ich soviel es geht und überall. Nach einem Monat Arbeit, bin ich ziemlich am Ende, weil Harry zwei bis drei Mal pro Nacht aufwacht und mich sucht. Vermisst er mich? Ich weiss es nicht. Meine Liebe für meine beiden Söhne ist unendlich. Es schmerzt mich getrennt zu sein, aber ich muss arbeiten (80%). Warum finde ich nirgends eine Erfa Gruppe? Sind in der Schweiz alle Mütter zu Hause? Und vor allem – was bedeutet dies für ihn an drei verschiedenen Orten betreut zu werden? Ich weiss es nicht. Zudem sind alle Baby Kurse darauf ausgerichtet auf ein einziges Kind – aber – ich habe zwei. Und Harry muss manchmal schreien bis ich zu ihm kommen kann. Das zerrt an den Nerven und niemand scheint eine Antwort darauf zu haben. All diese Experten. Anyway. Musste dies loswerden. Danke fürs zuhören.

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